Sie haben im Kanton Uri, Schwyz, Obwalden oder Nidwalden einen verletzten, kranken oder auffälligen Igel gefunden? Hier erfahren Sie, wann ein Igel Hilfe benötigt, welche regionalen Anlaufstellen Sie kontaktieren können und wie Sie seinen Lebensraum schützen.
Die vier Kantone bilden den Kern der Zentralschweiz und verfügen über einen gemeinsamen Veterinärdienst. Für die Aufnahme und Pflege hilfsbedürftiger Igel bestehen jedoch unterschiedliche kantonale Angebote. Bitte nehmen Sie deshalb immer zuerst telefonisch Kontakt mit einer Station oder Beratungsstelle auf.
Nicht jeder Igel benötigt menschliche Hilfe. Ein gesunder Igel ist vorwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs. Beobachten Sie einen Igel tagsüber, bedeutet dies nicht automatisch, dass er krank ist. Handlungsbedarf besteht insbesondere, wenn der Igel:
Bis zur Übergabe können Sie den Igel mit Handschuhen in eine ausreichend hohe Kartonschachtel setzen. Legen Sie Zeitungspapier und ein Handtuch hinein und stellen Sie die Box an einen ruhigen Ort. Bieten Sie frisches Wasser in einer flachen Schale an. Geben Sie dem Igel niemals Kuhmilch.
Aufnahmekapazitäten können sich kurzfristig ändern. Bringen Sie einen Igel deshalb nie unangemeldet zu einer Station und stellen Sie keine Schachtel vor einer geschlossenen Einrichtung ab.
Der Tierschutzverein Uri betreibt in Schattdorf eine eigene Auffangstation für hilfsbedürftige Igel.
Igelstation des Tierschutzvereins Uri
Andrea Gisler-Stadler
Rütigasse
6467 Schattdorf
Telefon: 077 510 31 96
E-Mail: info@tierschutzverein-uri.ch
Die Station verfügt über keine regulären Besuchszeiten. Die Übergabe eines Igels muss vorher telefonisch vereinbart werden. Die aktuellen Kontaktdaten veröffentlicht der Tierschutzverein Uri.
Kann die Igelstation nicht erreicht werden, stehen folgende Kontakte zur Verfügung:
Meldetelefon Tierschutzverein Uri: 077 414 50 77
Montag bis Freitag, 09.00–12.00 Uhr und 13.00–17.00 Uhr
Kantonspolizei Uri: 041 874 53 53
Die Polizei ist insbesondere bei verletzten Wildtieren ausserhalb der regulären Erreichbarkeit oder nach einem Verkehrsunfall zu kontaktieren.
Natur- und Tierpark Goldau
Parkstrasse 40
6410 Goldau
Wildtierauffang- und Pflegestation:
Telefon: 041 859 06 06
E-Mail: info@tierpark.ch
Für verletzte oder kranke Igel verweist der Kanton ausserdem auf die Tierarztpraxis ParkVets:
ParkVets Goldau: 041 855 44 33
Die zuständige Stelle beurteilt, ob der Igel medizinisch behandelt, wieder an den Fundort zurückgebracht oder an eine bewilligte Igelpflegestation übergeben werden soll. Die aktuellen Angaben finden Sie auf der Website des Kantons Schwyz.
Bei einem akuten Wildtiernotfall oder einem Verkehrsunfall:
Kantonspolizei Schwyz: 117 oder 041 819 29 29
Als zusätzliche bewilligte Pflegestation für Igel aus dem Schwyzer Kantonsgebiet führt der Kanton die Igel-Hilfe Glarnerland auf.
Igel-Hilfe Glarnerland
Pflegestation Niederurnen
Telefon: 077 453 36 70
E-Mail: igelhilfeglarnerland@gmail.com
Die Station liegt ausserhalb des Kantons Schwyz. Eine Aufnahme muss deshalb unbedingt vor der Anfahrt telefonisch bestätigt werden.
Für den Kanton Obwalden ist derzeit keine eigenständige, öffentlich dokumentierte Igelstation mit dauerhaft bestätigten Aufnahmezeiten auffindbar.
Kontaktieren Sie bei einem hilfsbedürftigen Igel deshalb zuerst eine überregionale Igelnotfallberatung. Diese kann den Zustand des Tieres einschätzen und eine erreichbare Pflegestation vermitteln.
Bei einem akuten Wildtiernotfall oder einem Verkehrsunfall:
Kantonspolizei Obwalden: 041 666 65 00
Bringen Sie einen geschwächten oder verletzten Igel nicht ohne vorherige Absprache in einen anderen Kanton. Lange Transporte können das Tier zusätzlich belasten und eine Aufnahme ist ohne verfügbaren Pflegeplatz nicht garantiert.
Auch für Nidwalden ist derzeit keine eigenständige Igelstation mit öffentlich bestätigten regulären Aufnahmezeiten dokumentiert. Der Tierschutzverein Nidwalden verweist für Igel auf externe Fachstellen und Igelberatungen.
Tierschutzverein Nidwalden
Telefon: 079 231 43 99
E-Mail: info@tierschutz-nw.ch
Wildtiernotfall Nidwalden: 041 618 44 66
Die Nummer des Wildtiernotfalls entspricht der Kantonspolizei Nidwalden. Sie ist insbesondere bei schwer verletzten Wildtieren, akuten Gefährdungen und Verkehrsunfällen zu verwenden.
Der Verein Naturschutzspürhunde Schweiz baut den professionellen Einsatz speziell ausgebildeter Hunde im Natur- und Artenschutz auf. Ein Schwerpunkt ist das zuverlässige Auffinden von Igeln vor Bauarbeiten, Rodungen und anderen Eingriffen in ihre Lebensräume. Die Ausbildung und Prüfungen der Hunde orientieren sich an internationalen Standards.

Sarah Küpfer
079 661 93 90
sarah@igelspürhund.ch
Adresse:
Solothurnstrasse 92
3303 Jegenstorf
Webseite:
igelspürhund.ch
Igel-Hilfe Schweiz
Telefon: 056 552 16 02
Montag bis Freitag, 10.00–12.00 Uhr und 13.00–16.00 Uhr
E-Mail: igelstation@igel-hilfe.ch
Pro Igel Helpline
Telefon: 0800 070 080
Täglich von 16.00–20.00 Uhr
Pro Igel – Igel in Not
TierRettungsDienst – 24-Stunden-Notruf
Telefon: 0800 211 222
Bei einem akuten medizinischen Notfall kann auch eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktiert werden. Fragen Sie telefonisch nach, ob Wildtiere beziehungsweise Igel behandelt werden.
Diese Seite bündelt Informationen und Anlaufstellen zum Igelschutz in den Kantonen Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden. Sie stellt keine eigenständige regionale Niederlassung und keine kantonale Behörde dar.
Die aufgeführten Igelstationen, Tierschutzvereine und Pflegestellen sind selbstständige Organisationen. Zuständigkeiten, Erreichbarkeit und Aufnahmekapazitäten können sich kurzfristig ändern. Bitte nehmen Sie deshalb immer zuerst telefonisch Kontakt auf.
Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden verfügen über einen gemeinsamen Veterinärdienst. Dieser ist für den Vollzug der Tierschutz- und Tiergesundheitsgesetzgebung zuständig.
Der Veterinärdienst ist jedoch keine Igelstation und übernimmt normalerweise nicht die direkte Pflege einzelner Fundtiere. Bei einem kranken oder verletzten Igel sollte deshalb zuerst eine Igelstation oder Igelnotfallberatung kontaktiert werden.
Laboratorium der Urkantone – Veterinärdienst
Föhneneichstrasse 15
6440 Brunnen
Telefon: 041 825 41 51
E-Mail: kt@laburk.ch
Website: Laboratorium der Urkantone
Der Veterinärdienst ist insbesondere bei tierschutzrechtlichen Fragen, bei Unklarheiten über bewilligte Pflegestellen oder bei grundsätzlichen Fragen zum Umgang mit Wildtieren die richtige behördliche Anlaufstelle.
Für die vier Kantone existieren derzeit keine wissenschaftlich gesicherten Gesamtzahlen. Igel sind nachtaktiv, bewegen sich über mehrere Grundstücke und werden nicht flächendeckend gezählt.
Auch die Anzahl der in Pflegestationen aufgenommenen Igel erlaubt keine zuverlässige Hochrechnung. Eine hohe Zahl eingelieferter Tiere kann ebenso auf zunehmende Gefahren, ungünstige Witterungsbedingungen oder eine höhere Meldebereitschaft der Bevölkerung hinweisen.
So betreute die Igelstation des Tierschutzvereins Uri gemäss ihrem Jahresbericht im Jahr 2023 insgesamt 33 Igel. Diese Zahl beschreibt jedoch ausschliesslich die aufgenommenen Tiere und nicht die gesamte Igelpopulation des Kantons.
Auf der Website sollte deshalb keine geschätzte Gesamtzahl veröffentlicht werden. Seriöser ist der transparente Hinweis, dass aktuell keine belastbaren kantonalen Bestandszahlen vorliegen.
Der Braunbrustigel wird auf der Roten Liste der Schweiz als «potenziell gefährdet» eingestuft. Pro Natura hat ihn zum Tier des Jahres 2026 gewählt, um auf den Verlust geeigneter Lebensräume aufmerksam zu machen.
Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden sind geprägt von Seen, Talebenen, steilen Hanglagen, Landwirtschaftsflächen, Dörfern und Voralpengebieten.
Igel leben hauptsächlich in tieferen, klimatisch milderen und strukturreichen Gebieten. Besonders geeignet sind durchgrünte Wohnquartiere, Gärten, Parks, Friedhöfe, Obstgärten, Hecken und Übergänge zwischen Siedlungen und Landwirtschaftsflächen.
Geeignete Lebensräume finden sich beispielsweise in und um Altdorf, Schattdorf, Erstfeld, Schwyz, Goldau, Brunnen, Einsiedeln, Küssnacht, Sarnen, Kerns, Stans und Hergiswil.
In höheren, steilen und kühleren Lagen sind Igel deutlich seltener anzutreffen. Auch Seen, Felswände, stark befahrene Strassen, Bahnlinien, Stützmauern und geschlossene Grundstücke können ihre Lebensräume voneinander trennen.
Besonders problematisch ist die zunehmende Verdichtung in den Tal- und Siedlungsgebieten. Werden Grünflächen versiegelt und Grundstücke mit undurchlässigen Mauern oder Zäunen abgeschlossen, verlieren Igel ihre nächtlichen Wanderwege zwischen Schlafplätzen und Nahrungsgebieten.
Igelschutz funktioniert über Grundstücks- und Kantonsgrenzen hinweg. Ein einzelner naturnaher Garten ist wertvoll. Noch hilfreicher ist ein ganzes Quartier mit durchlässigen Zäunen, einheimischen Pflanzen und miteinander verbundenen Grünflächen.
Privatpersonen, Gemeinden, Schulen, Unternehmen sowie Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe können dazu beitragen, sichere Wanderwege und Rückzugsorte für Igel zu erhalten.
Gerade in den dicht besiedelten Talgebieten ist es wichtig, bei neuen Überbauungen und Umgestaltungen nicht nur einzelne Grünflächen, sondern deren Verbindung mit benachbarten Lebensräumen zu berücksichtigen.
Ob Sie unser Igel-Magazin voller hilfreicher Tipps, Informationen zu Igelvorträgen oder Materialien für Schulprojekte suchen – wir stellen alles kostenlos zur Verfügung, um das Wohl der Igel zu fördern.
Die Igel-Hilfe Schweiz bietet kostenlose Igelkurse für Tierarztpraxisassistent*innen in der ganzen Schweiz an. Diese Kurse sind speziell auf Tierarztpraxisassistent*innen zugeschnitten, die sich in die Besonderheiten der Igelpflege einarbeiten möchten und professionelle Kenntnisse über die medizinische Betreuung und Pflege von Igeln erwerben wollen. Igel benötigen in Tierarztpraxen eine besondere Aufmerksamkeit und fachkundige Betreuung, die sich von anderen Wildtieren unterscheidet – genau hier setzen unsere Igelkurse für Tierarztpraxisassistent*innen an.
In unseren Kursen erfahren Sie alles über die artgerechte Pflege und Behandlung von Igeln. Wir decken wichtige Themen wie die richtige Fütterung, Stressmanagement bei der Behandlung und das Erkennen typischer Krankheiten bei Igeln ab. Unsere Igelkurse werden sowohl in unserer Igelstation als auch direkt in Ihrer Tierarztpraxis angeboten – wir sind in der ganzen Schweiz tätig und richten uns nach Ihrem Standort und Ihrem Zeitplan.

Helfen Sie mit, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden für Igel sicherer und lebenswerter zu machen. Werden Sie Teil unserer Igel-Gemeinschaft und tragen Sie zum Schutz dieser faszinierenden Tiere bei.
Kleider von Rico sind regional, bio und vegan. 100 % des Erlöses gehen direkt an die Igel-Hilfe Schweiz – mit jedem Kauf helfen Sie Igeln.