
Wenn Sie einen Igel im Garten oder in der Natur entdecken, ist dies meist ein gutes Zeichen. Igel sind nachtaktive Wildtiere und kommen häufig in naturnahen Gärten, Parks oder an Waldrändern vor. Nicht jeder Igel benötigt Hilfe.
Beobachten Sie den Igel zunächst aus einiger Entfernung. Ein gesunder Igel ist in der Regel:
Wenn ein Igel offensichtlich verletzt, geschwächt oder hilflos wirkt, ist rasches Handeln zwingend erforderlich.
Mögliche Anzeichen für einen hilfsbedürftigen Igel sind sichtbare Verletzungen, apathisches Verhalten oder starkes Taumeln, Jungtiere ohne Mutter und Igel, die tagsüber orientierungslos umherlaufen.
In solchen Fällen können Sie den Igel vorsichtig sichern. Dabei sollten Sie unbedingt Handschuhe tragen – kranke oder verletzte Igel sind oft von Parasiten befallen.
Als Transportbox eignet sich eine Kartonschachtel mit Luftlöchern gut. Bitte verwenden Sie keine Kleintierkäfige mit Gitter. Der Igel könnte versuchen, hochzuklettern und sich dabei verletzen. Legen Sie ein Tuch oder Zeitungspapier als Unterlage in die Box.
Bitte übergeben Sie das Wildtier umgehend in fachkundige Hände. Nicht selten liegt dem schlechten Gesundheitszustand mehr als nicht Hunger zugrunde.
Geben Sie ihm keine Milch oder Gemüse. Da Igel laktoseintolerante Fleischfresser sind, vertragen sie dies nicht. Am besten eignet sich Nassfutter für Hunde oder Katzen. Noch gesünder wäre gekochtes, ungewürztes Hackfleisch.

Die wichtigste Aufgabe der Igelstation ist die Aufnahme und Pflege von verletzten, kranken oder hilflosen Igeln.
Viele der Tiere kommen geschwächt, unterernährt oder mit Verletzungen in die Station. Ziel der Pflege ist es, ihren Gesundheitszustand zu stabilisieren und sie schrittweise auf ein Leben in der Natur vorzubereiten.
Unsere Arbeit umfasst unter anderem:
Neugeborene oder junge Igelsäuglinge, die ihre Mutter verloren haben, benötigen intensive Pflege. Diese Jungtiere werden in der Station mit viel Geduld und Erfahrung aufgezogen.
Neu ankommende Igel erhalten eine erste medizinische Untersuchung und werden in eine warme und sichere Umgebung gebracht, damit sich ihr Zustand stabilisieren kann.
Jeder Igel erhält eine geeignete und ruhige Unterkunft, die seinen Bedürfnissen entspricht.
Durch Untersuchungen wird das Alter der Igel bestimmt, damit Pflege und Ernährung entsprechend angepasst werden können.
Regelmässige Gewichtskontrollen helfen dabei, den Gesundheitszustand der Tiere zu überwachen. Jeder Igel wird dokumentiert, damit seine Entwicklung genau verfolgt werden kann.
Die richtige Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Genesung der Tiere. In der Station wird auf eine ausgewogene und angepasste Fütterung geachtet.
Je nach Alter oder Gesundheitszustand benötigen manche Igel zusätzliche Unterstützung bei der Körperpflege oder beim Ausscheiden.

Neben der direkten Pflege von Igeln engagiert sich die Igelhilfe Schweiz auch für Information und Aufklärung.
Viele Gefahren für Igel entstehen durch menschliche Aktivitäten – zum Beispiel durch Gartenmaschinen, Verkehr oder den Verlust natürlicher Lebensräume. Durch Information und Beratung möchten wir dazu beitragen, dass Gärten und Grünflächen igelfreundlicher gestaltet werden.
Interessierte Besucherinnen und Besucher sind in unserer Igelstation willkommen. Damit wir genügend Zeit für Fragen und Einblicke in unsere Arbeit haben, bitten wir um eine vorherige Terminvereinbarung.
Bei grösserem Andrang können Führungen auch in kleinen Gruppen stattfinden.
Einblicke in unsere Arbeit und die Pflege der Igel finden Sie in unserer Videogalerie.

Wenn ein hilfsbedürftiger Igel gefunden wird, sollte er möglichst rasch in fachkundige Hände gelangen.
Nach der Aufnahme wird der Zustand des Tieres sorgfältig beurteilt. Je nach Situation erfolgt:
Die Pflege von Igeln erfordert Erfahrung und geeignete Bedingungen. Deshalb ist es wichtig, verletzte oder geschwächte Tiere fachgerecht betreuen zu lassen.
Nein. Igel sind Wildtiere und kommen in der Regel gut alleine zurecht. Nur kranke, verletzte oder geschwächte Tiere benötigen Unterstützung.
Gelegentlich kann Katzenfutter oder spezielles Igelfutter angeboten werden. Milch ist jedoch ungeeignet und kann für Igel gefährlich sein.
Igel sind überwiegend nachtaktiv und beginnen meist in der Dämmerung mit der Nahrungssuche.
Ein naturnaher Garten mit Laub, Sträuchern und Versteckmöglichkeiten bietet Igeln wertvollen Lebensraum.
Auf dieser Website finden Sie zahlreiche Hinweise zum Igelschutz, zu igelfreundlichen Gärten und zur Förderung der Biodiversität.