Hilfe für Igel

Igel Gefunden?

Wenn Sie einen Igel im Garten oder in der Natur entdecken, ist dies in den meisten Fällen ein gutes Zeichen. Igel sind nachtaktive Wildtiere und kommen häufig in naturnahen Gärten, Parks oder an Waldrändern vor. Nicht jeder Igel benötigt Hilfe.


Beobachten Sie den Igel zunächst aus einiger Entfernung. Ein gesunder Igel ist in der Regel:

  • in der Dämmerung oder nachts unterwegs
  • gut gerundet und aktiv
  • vorsichtig und reagiert auf Geräusche


Tagsüber aktive Igel, sehr kleine Jungtiere oder offensichtlich geschwächte Tiere können jedoch Hilfe benötigen.


Wenn Sie unsicher sind, kontaktieren Sie uns bitte oder informieren Sie sich auf den folgenden Seiten über die richtige Vorgehensweise.

Erste Hilfe für Igel

Wenn ein Igel offensichtlich verletzt, geschwächt oder hilflos wirkt, kann schnelle Hilfe entscheidend sein.Mögliche Anzeichen für einen hilfsbedürftigen Igel:
  • sichtbare Verletzungen
  • apathisches Verhalten oder starkes Taumeln
  • Jungtiere ohne Mutter
  • Igel, die tagsüber orientierungslos umherlaufen
  • sehr kleine oder stark abgemagerte Tiere
In solchen Fällen können Sie den Igel vorsichtig sichern.Wichtige Hinweise:
  • Handschuhe tragen
  • den Igel in eine Kartonschachtel mit Luftlöchern setzen
  • ein Tuch oder Zeitungspapier als Unterlage verwenden
  • kein Futter und keine Milch geben
  • den Igel möglichst bald fachkundig versorgen lassen
Weitere Informationen zur richtigen Versorgung finden Sie auf den folgenden Seiten.

Unsere eigene Igelstation

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Die Igelstation in Niedergösgen

Die Igelhilfe Schweiz betreibt eine Igelstation in Niedergösgen (Kanton Solothurn). Hier werden verletzte, kranke oder geschwächte Igel aufgenommen, gepflegt und – wenn möglich – wieder in die Natur entlassen.

Die Station wurde speziell für die Bedürfnisse von Igeln aufgebaut. Dabei stehen Ruhe, Hygiene und eine möglichst stressfreie Pflege der Tiere im Mittelpunkt. Ziel ist es, jedem Igel eine sichere Umgebung zu bieten, in der er sich erholen und wieder zu Kräften kommen kann.

Die Igelzimmer

Die Unterbringung der Igel erfolgt in speziell eingerichteten Igelzimmern. Diese sind ähnlich aufgebaut wie Terrarien und ermöglichen durch eine Glasscheibe einen kontrollierten Einblick, ohne die Tiere unnötig zu stören.

Jeder Igel erhält seinen eigenen Bereich mit einem kleinen Häuschen als Rückzugsort. Igel sind Einzelgänger und benötigen Ruhe und Abstand zu anderen Tieren. Deshalb stellen wir jedem Igel eine eigene «Höhle» zur Verfügung.

Die Zimmer sind so gestaltet, dass sie leicht zu reinigen sind. Dadurch können hohe Hygienestandards eingehalten und die Tiere vor Parasiten wie Milben oder anderen Insekten geschützt werden.

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Die Quarantänestation

Für Igel, die intensivere Pflege benötigen oder an ansteckenden Krankheiten leiden, steht eine separate Quarantänestation zur Verfügung.

Hier können die Tiere besonders genau beobachtet und medizinisch betreut werden, ohne andere Igel zu gefährden. Diese räumliche Trennung ist wichtig, um die Gesundheit aller Tiere in der Station zu schützen.

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Das Igellabor

Im Igellabor werden medizinische Untersuchungen und Behandlungen durchgeführt. Dazu gehört unter anderem die Versorgung von Verletzungen, die häufig durch Gartenmaschinen wie Rasenmäher oder Trimmer verursacht werden.

Zur Ausstattung gehören unter anderem:

  • ein Mikroskop zur Untersuchung von Parasiten
  • Instrumente zur Entfernung von Milben und Zecken
  • ein tierärztlicher Behandlungstisch für kleinere Eingriffe


Dank moderner Technik können Bilder vom Mikroskop direkt an unseren Tierarzt übermittelt werden, um Diagnosen zu überprüfen oder Behandlungen abzustimmen.

Die Igelküche

Die Zubereitung des Futters erfolgt in einer speziell eingerichteten Igelküche. Diese ist vergleichbar mit einer professionellen Gastroküche aus Chromstahl und verfügt über eine Industriespülmaschine.

Hygiene hat hier oberste Priorität. Saubere Arbeitsflächen und eine sorgfältige Reinigung aller Utensilien sind wichtig, um Krankheiten vorzubeugen und die Gesundheit der Tiere zu schützen.

Auch das Veterinäramt bestätigt regelmässig die hohen hygienischen Standards der Anlage.

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Empfang und Dokumentation

Im Empfangsbereich werden alle wichtigen Informationen zu den aufgenommenen Igeln erfasst. Hier werden:

  • E-Mails beantwortet
  • Telefonanfragen entgegengenommen
  • Patientendaten dokumentiert


Jeder Igel wird bei seiner Ankunft sorgfältig untersucht und registriert. Dazu gehören unter anderem Gewicht, Gesundheitszustand und Fressverhalten. Anschliessend erfolgt ein erster Gesundheitscheck, bevor der Igel sein eigenes Igelzimmer bezieht.

Eine genaue Dokumentation hilft uns, den Verlauf der Pflege zu verfolgen und jedem Tier die bestmögliche Betreuung zu bieten.

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Wasch- und Hygienebereich

Ein separater Waschbereich dient der hygienischen Reinigung aller Textilien wie Decken, Tücher und Arbeitskleidung.

Saubere Materialien sind ein wichtiger Bestandteil der Pflege, um Krankheiten zu vermeiden und den Igeln eine möglichst gesunde Umgebung zu bieten.

Ein Mann in einem orangefarbenen Hoodie spült an einem Doppelspülbecken aus Edelstahl in der Igel Station der Igel-Hilfe Schweiz.

Unsere Aufgaben

Die wichtigste Aufgabe der Igelstation ist die Aufnahme und Pflege von verletzten, kranken oder hilflosen Igeln.

Viele der Tiere kommen geschwächt, unterernährt oder mit Verletzungen in die Station. Ziel der Pflege ist es, ihren Gesundheitszustand zu stabilisieren und sie schrittweise auf ein Leben in der Natur vorzubereiten.

Unsere Arbeit umfasst unter anderem:

Säuglingsaufzucht

Neugeborene oder junge Igelsäuglinge, die ihre Mutter verloren haben, benötigen intensive Pflege. Diese Jungtiere werden in der Station mit viel Geduld und Erfahrung aufgezogen.

Erstversorgung

Neu ankommende Igel erhalten eine erste medizinische Untersuchung und werden in eine warme und sichere Umgebung gebracht, damit sich ihr Zustand stabilisieren kann.

Unterbringung

Jeder Igel erhält eine geeignete und ruhige Unterkunft, die seinen Bedürfnissen entspricht.

Altersbestimmung

Durch Untersuchungen wird das Alter der Igel bestimmt, damit Pflege und Ernährung entsprechend angepasst werden können.

Wiegen & Dokumentation

Regelmässige Gewichtskontrollen helfen dabei, den Gesundheitszustand der Tiere zu überwachen. Jeder Igel wird dokumentiert, damit seine Entwicklung genau verfolgt werden kann.

Ernährung

Die richtige Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Genesung der Tiere. In der Station wird auf eine ausgewogene und angepasste Fütterung geachtet.

Pflege & Betreuung

Je nach Alter oder Gesundheitszustand benötigen manche Igel zusätzliche Unterstützung bei der Körperpflege oder beim Ausscheiden.

Aufklärung & Naturschutz

Neben der direkten Pflege von Igeln engagiert sich die Igelhilfe Schweiz auch für Information und Aufklärung.

Viele Gefahren für Igel entstehen durch menschliche Aktivitäten – zum Beispiel durch Gartenmaschinen, Verkehr oder den Verlust natürlicher Lebensräume. Durch Information und Beratung möchten wir dazu beitragen, dass Gärten und Grünflächen igelfreundlicher gestaltet werden.

Besuche in der Igelstation

Interessierte Besucherinnen und Besucher sind in unserer Igelstation willkommen. Damit wir genügend Zeit für Fragen und Einblicke in unsere Arbeit haben, bitten wir um eine vorherige Terminvereinbarung.

Bei grösserem Andrang können Führungen auch in kleinen Gruppen stattfinden.

Videogalerie

Einblicke in unsere Arbeit und die Pflege der Igel finden Sie in unserer Videogalerie.

Aufnahme und Pflege

Wenn ein hilfsbedürftiger Igel gefunden wird, sollte er möglichst rasch in fachkundige Hände gelangen.

Nach der Aufnahme wird der Zustand des Tieres sorgfältig beurteilt. Je nach Situation erfolgt:

  • medizinische Behandlung
  • Aufbau mit geeigneter Nahrung
  • Pflege und Beobachtung
  • Vorbereitung auf die spätere Auswilderung

Die Pflege von Igeln erfordert Erfahrung und geeignete Bedingungen. Deshalb ist es wichtig, verletzte oder geschwächte Tiere fachgerecht betreuen zu lassen.

Häufige Fragen

Nein. Igel sind Wildtiere und kommen in der Regel gut alleine zurecht. Nur kranke, verletzte oder geschwächte Tiere benötigen Unterstützung.

Gelegentlich kann Katzenfutter oder spezielles Igelfutter angeboten werden. Milch ist jedoch ungeeignet und kann für Igel gefährlich sein.

Igel sind überwiegend nachtaktiv und beginnen meist in der Dämmerung mit der Nahrungssuche.

Ein naturnaher Garten mit Laub, Sträuchern und Versteckmöglichkeiten bietet Igeln wertvollen Lebensraum.

Auf dieser Website finden Sie zahlreiche Hinweise zum Igelschutz, zu igelfreundlichen Gärten und zur Förderung der Biodiversität.

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